Wünsche - Januar 2016 - Leben–Natur–Raum

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Der Jahresbeginn ist meist mit vielen Vorsätzen, Wünschen und Vorhaben gekennzeichnet. Das möchte ich zum Anlass nehmen und einmal einen Blick auf das Wünschen werfen. Die meisten werden die „Bestellungen beim Universum“ kennen, jenes kleine Buch, welches Ende der neunziger Jahre erschien. Es ist eine Darstellung unserer Wunscherfüllung in Form eines „Universe Parcel Service“. Diese einfache Darstellung ermöglicht uns ein leichtes Verständnis dessen, wie wir unser Leben kreieren. Und wahrscheinlich kennen es auch viele, dass eine Bestellung aufgegeben wurde, ein Wunsch geäußert wurde, der bisher nicht in Erfüllung ging, bzw. keine „Lieferung“ erfolgte. Ich kenne beides, die prompte Erfüllung aber auch vergebliches Warten. So frage ich mich, wie funktioniert das, oder besser, was sind die Hindernisse, wenn es nicht funktioniert.

Ich möchte mal einen anderen Blick auf dieses Thema wagen. Im letzten Newsletter hatte ich schon gesagt, dass wir unsere Welt und unser Leben selbst erschaffen und wir nur eine Möglichkeit zu Veränderung haben, nämlich uns selbst zu ändern. Was bedeutet dies auf das Wünschen bezogen? Zunächst sei erwähnt, dass die Hindernisse in uns selbst liegen und das kann verschiedene Ursachen haben. So versteht unser Unterbewusstsein (oder das Universum) keine Negation. Also wenn ich etwas nicht mehr haben möchte, dann bekomme ich mehr davon.

Für sehr wesentlich halte ich, dass wir oftmals nicht die Stimme unseres Herzens hören, das vielleicht etwas ganz anderes möchte und für uns wünscht. Wenn ich in meinen Aufstellungen das Selbst mit aufstellen lasse, dann ist dieses Selbst unsere innere Weisheit, unsere Intuition, die Stimme unseres Herzens. Erstaunlich oft geht es dann darum, dieses Selbst wieder zu integrieren, bzw. wieder mit ihm in Kontakt zu kommen, es anzunehmen und ihm die Führung vertrauensvoll zu überlassen.

Ein weiterer Punkt scheint mir das Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl zu sein. Wenn ich mich als minderwertig betrachte, dann habe ich es nicht verdient, glücklich und zufrieden zu sein, ich bin es nicht wert. Das ist ein großes Hindernis der Wunscherfüllung, wir torpedieren selbst, was wir uns wünschen, um das eigene Selbstbild aufrecht zu halten. Hier sei noch einmal auf das Selbst aus den Aufstellungen hingewiesen, können wir diesem Selbst vertrauen? Ist dieses unser Selbst für uns wirklich wertvoll und welches Bild haben wir von unserem Selbst?

Doch mir scheint, so einfach ist es nicht. Wir leben immer in einer Gemeinschaft mit anderen Menschen, wir beeinflussen sie und sie beeinflussen uns. Dieser Aspekt ist wohl auch wichtig für das Wünschen. Warum? Ich möchte mal ein Beispiel fantasieren: Angenommen ich wünsche mir Millionär zu sein, bin aber umgeben von mir wichtigen Menschen oder gar von einem geliebten Partner. Und diese Menschen um mich finden Reiche doof, halten sie womöglich für schlechtere Menschen oder wollen ganz einfach nichts mit ihnen zu tun haben. Es gibt eine ganze Menge von ablehnenden Gründen und oft haben wir selbst auch entsprechende verhindernde Muster in uns. Da uns diese anderen Menschen wirklich wichtig sind, wir sie lieben, werden wir uns ihnen anpassen – wir wollen sie schließlich nicht verlieren – und verzichten unbewusst auf das Millionärsdasein. Hinzu kommt häufig ein kollektives Bild, hier z.B. vom Millionär, welches eine zusätzliche Blockade darstellen kann. Zugegeben, das ist ein etwas plumpes Beispiel, aber es macht deutlich, wie wir mit den anderen Menschen verbunden sind. Wir sind dann – um beim Beispiel zu bleiben – arm, um dem Bild der uns wichtigen Menschen zu entsprechen. Allerdings muss das so nicht sein. Denke ich an meinen Zen-Meister Willigis Jäger oder an die einfache, alte Bäuerin Frau Halder, dann sind das Menschen, die ganz sie selbst sind und solchen Bildern von anderen keinen Platz geben.

Was wir aber auch bei diesem Aspekt nicht vergessen dürfen: die Erwartungen und Einstellungen der anderen Menschen sind auch „nur“ unser Bild, „nur“ unsere eigene Deutung von ihnen und drängen sie womöglich auch in eine Rolle, die ihnen nicht entspricht.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) geht von einem Qì aus, der Lebensenergie, die im Fluss ist, wenn wir gesund sind. Ist sie blockiert, kann man z.B. mit Akupunktur die Blockaden lösen und die Energie wieder fliessen lassen. Diese Lebensenergie ist aber nicht auf unseren Körper reduziert, sondern durchströmt die ganze Welt, ja das ganze Universum. Sie ist quasi der „Atem, der alles belebt“. Jedem leuchtet es ein, dass es Unsinn wäre, wollten wir uns gegen unseren eigenen Atem stellen – schnell wären wir krank. Doch jede Ablehnung wirkt wie eine Blockade des universalen Qì-Flusses. Wie sollen Wünsche da in Erfüllung gehen? Das ist unsere große Herausfoderung, das anzunehmen was ist und was uns begegnet.

Zwei wichtige Weisheiten fallen mir dazu ein: „Die Energie folgt der Aufmerksamkeit“ bedeutet es wird sich das realisieren auf was wir unsere Aufmerksamkeit lenken. Sind es die Sorgen, die Ablehnungen, die Dinge, die uns zuwider sind oder ist es das Schöne, das Glück und die Zufriedenheit? „Wie innen so außen“ zeigt wie all das, was wir erleben mit anderen Menschen, mit unserer Umgebung, mit den Ereignissen ein Spiegel von uns ist, von unseren inneren Haltungen und Erwartungen (Wünschen).

Doch vielleicht das Wichtigste für das Wünschen ist eine Haltung, die früher als Gottvertrauen bezeichnet wurde, es ist eine Demut, die annimmt was ist (eben auch sich selbst) und als recht erlebt, wie es kommt. Unsere Wünsche bergen in sich ein großes Entwicklungspotential.

Welche Wünsche haben wir? Was könnten die Hindernisse sein? Was wollen wir wirklich und was können wir von unseren Wünschen lernen?

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