Zeit - Januar 2017 - Leben–Natur–Raum

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Ich wünsche Euch allen ein gutes, frohes und liebevolles neues Jahr 2017 mit viel Gesundheit, Erfolg und Glück. Viele haben das neue Jahr mit einer speziellen Feier angefangen, es wurde der Übergang vom alten zum neuen Jahr bewusst vollzogen. Doch was hat da aufgehört bzw. neu angefangen?

 

Nach dem gregorianischen Kalender ist das Jahr 2016 beendet und das neue Jahr 2017 hat angefangen. Nach dem julianischen Kalender passiert dies erst am 13. Januar und nach dem Chinesischen Kalender ist der Jahreswechsel mit dem Frühlingsfest erst am 28. Januar. Das sind lediglich Formen der Ordnung und des Zählens, um Übersicht über Tage, Wochen, Monate und Jahre zu erhalten. Wir zählen die Zeit zyklisch. Ein Tag ist von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, zwischen den Tagen liegen die Nächte. Eine Woche dauert 7 Tage oder ein Viertel eines Mondmonats. Diese Rhytmen, diese Zyklen sind für uns überschaubarer, als wenn wir die Zeit linear zählen wollten.

 

Und selbst beim Zählen verwenden wir ein System, von dem wir glauben, uns fiele das Verständnis leichter. Das heute benutzte Dezimalsystem entspringt wohl unseren 10 Fingern und ist für uns sehr naheliegend. Computer funktionieren jedoch grundsätzlich im Binärsystem. Und für alle Formen des Zählens brauchen wir eine Einheit, auf die wir uns einigen. Bei Äpfeln und Kühen ist das noch einfach, doch bei lebendigen Prozessen ist es schon schwieriger. Stehen wir an einem Bach und beobachten das Fließen des Wassers - auch eine "zeitliche" Bewegung, wird uns das scheinbar Unendliche klar. Wie wollen wir das zählen? Müssen wir es zählen?

 

Mit der Zeit versuchen wir einen lebendigen Prozess zu zählen. Wenn ich an das erste Benediktinerkloster denke, welches 529 auf dem Monte Cassino gegründet wurde, fällt mir deren erste Zeitordnung ein, nach der sich das ganze Klosterleben richtete: der Tag (und auch die Nacht) wurde von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang in 12 Stunden eingeteilt. Das heißt, eine Sommerstunde dauerte wesentlich länger, als eine Winterstunde, was aber dem menschlichen Leben besser entsprach. Mit einer mechanischen Zeitmessung ist jedoch eine solche flexible Zeiteinteilung nicht möglich. Wir erleben die sich wiederholenden Rhytmen z.B. von Tag und Nacht und von den Jahreszeiten sehr nahe und sie sind Grundlage unserer Orientierung. Mit der Sesshaftwerdung des Menschen und dem Beginn der Landwirtschaft wurde diese Orientierung an den Rhytmen der Natur überlebenswichtig.

 

Betrachten wir unser menschliches Leben, versuchen wir auch dort Rhytmen zu erkennen, Zeitabschnitte zu bestimmen und verbinden diese mit bestimmten Vorstellungen und Erwartungen. Irgendwann kommt ein Kind in die Schule, die Pubertät und das Erwachsenwerden folgen, und auch die Zeit der Ausbildung und der Arbeit, die Zeit der Familiengründung und Phase des Alters und des Sterbens. Doch ganz so einfach ist es nicht, wir werden in jedem Augenblick auch neu geboren und unser Tod ist immer gegenwärtig. Wenn wir vom inneren Kind sprechen, dann ist dies ein Hinweis darauf, daß dies kindliche Selbst immer in uns lebt. Unsere Geschichte mit all dem, was wir erlebt haben und das Potential all dessen, was wir fähig sind zu leben, ist in jedem Moment gegenwärtig und steht uns zur Verfügung. Und nicht nur das - wir können dies auch jederzeit wandeln, transformieren. Ein schlimmes Erlebnis in der Kindheit kann noch einmal in einer anderen Weise durchlebt werden mit einem stärkenden Ausgang, einer bereichernden Lösung. Das eigene Potential kann entdeckt bzw. neu ausgerichtet werden und damit dem Leben eine bessere Zukunft gegeben werden.

 

Für diese Transformationen ist die Aufstellungsarbeit wunderbar geeignet, denn hier spielt die Zeit keine Rolle, es können Jahrhunderte in wenigen Minuten durchlebt oder ein Moment auf eine Stunde ausgedehnt werden, wichtig ist allein das Erleben einer anderen und besseren Möglichkeit, das Finden einer Lösung für ein offenes Problem.

 

 

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