Der rechte Platz - Juli 2018 - Leben–Natur–Raum

Möchten Sie meinen Newsletter erhalten?

 Bist Du an Deinem Platz? Hast Du Dir diese Frage schon gestellt? Was ist Deine spontane Antwort? Wie erkennst Du, dass Du an Deinem Platz bist?
Meist stellen wir uns die Frage nach unserem Platz, wenn wir uns irgendwo in irgendeinem Zusammenhang nicht mehr wohlfühlen. Dort fällt es uns auf. Und es stimmt, das ist ein wichtiger Hinweis. An unserem Platz sind wir glücklich.
Das sagt sich so leicht. Was ist denn mit diesem Platz gemeint? Mein Platz hat mehrere Ebenen. Einmal ist es mein Platz in der physischen Umwelt. Lebe ich an dem Ort, wo ich mich wohlfühle? Lebe ich auf dem Land oder in der Stadt, in welcher Stadt oder wo auf dem Land, in den Bergen oder am Meer, oder in welchem Quartier in der Stadt, in welcher Wohnung, wo stehen mein Bett und mein Arbeitsplatz usw. Dazu gehört ebenso wie ich mich bewege und bewegen kann. Laufe ich z.B. zur Arbeit, fahre ich mit dem Fahrrad oder dem Auto, oder pendle ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Dann ist es mein Platz in der sozialen Umwelt, das meint Familie, Partnerschaft, Freunde, Arbeitskollegen, Nachbarn usw. Wie bin ich sozial vernetzt und wie stabil ist dieses Netzwerk?
Eine Ebene ist mein Platz in meinem Tun. Was mache ich und wie mache ich es? Sind es Dinge, die mir Freude machen und mich interessieren? Und die wohl wichtigste Ebene ist der Platz in mir selbst. Fühle ich mich in meiner Haut wohl, kann ich mich so annehmen, wie ich bin und was ich kann, wie ich fühle und denke?
An meinem Platz kann mein Potential wirken, ich kann meine Ressourcen einbringen und entwickeln, meinen Interessen folgen und meine Liebe leben. Und all das wirkt positiv, aufbauend und belebt meine Umwelt. Doch dieser Platz ist nicht statisch in dem Sinn, ich bin angekommen und so bleibt es jetzt. Ein Prinzip des Lebens ist, dass es sich entwickeln und wachsen möchte. Deshalb ist es auch ein Merkmal meines Platzes. Wir wollen lernen und gedeihen und damit verändern wir uns. So wird sich auch unser Platz verändern, das heißt wir müssen uns auf den Weg machen und ihn immer wieder neu finden.
Das klassische Format der Heldenreise als Bild eines Entwicklungsprozesses beginnt mit dem Ruf. Etwas passiert und fordert uns heraus. Oder wir spüren, dass es uns nicht gut geht und haben das Bedürfnis es zu verändern. Doch bevor wir uns wirklich auf den Weg machen, sind da die Widerstände, die uns abhalten und prüfen wollen: Schau doch mal, so schlimm ist es doch nicht! Wer sagt Dir denn, dass es Dir woanders besser geht? Willst Du wirklich all das Gute und Liebgewonnene zurücklassen? Wenn wir uns auf den Weg machen, um die Grenze zum Neuen zu überschreiten, müssen wir diese Widerstände überwinden. Doch wenn wir unseren Platz sehen oder ahnen können, fällt es uns wesentlich leichter.
Es gibt da eine kleine Übung, die helfen kann. Jeder kann sie für sich machen, quasi eine Miniaufstellung. Probiert es aus!
In einem Raum mit genügend Platz versuchst Du Deinen Platz zu finden, einen Platz, an dem Du Dich rundum wohlfühlst.  (Nimm Dir genügend Zeit, das kann beim ersten Mal länger dauern. Falls es nicht gelingt, gehe in einen anderen Raum oder probiere es noch einmal zu einer anderen Zeit.) Spüre Dich hinein in den Platz und verweile dort, so lange Du willst. Erlebe Deinen Platz. In einem zweiten Schritt markierst Du diesen Platz z.B. mit einem Stuhl oder Sitzkissen. Dann gehe dort fort und vergegenwärtige Dir eine Situation oder eine Sache, die Dir schwer fällt oder die Dich bedrückt. Suche dafür auch einen Platz im Raum, fühle in den Platz hinein und markiere ihn auch. Kannst Du von dort Deinen Platz sehen? Welche Gefühle und Gedanken kommen, wenn Du zu Deinem Platz schaust? Dann wechsle wieder zu Deinem Platz vom Anfang und fühle Dich hinein. Spürst Du den Unterschied? Kannst Du den anderen Platz sehen? Welche Gefühle und Gedanken kommen, wenn Du dorthin schaust? Was kommt Dir, wenn Du an die Gefühle und Gedanken dort denkst? Welche Lösung kommt Dir in den Sinn? Wenn Du willst, kannst Du auch mehrmals den Platz wechseln oder in ein Gespräch mit den zwei Plätzen kommen.
In den Aufstellungen können wir immer wieder erleben, wie der rechte Platz beglückt und wie auf dem „falschen“ Platz manchmal alles blockiert ist. Mit dem Platz wechseln wir die Perspektiven, verändern wir die Beziehungen und letztlich zeigen alle RepräsentantInnen Plätze in uns. Deshalb ist es auch für RepräsentantInnen so förderlich, einmal in eine fremde Perspektive zu schlüpfen, die doch auch etwas mit einem selbst zu tun hat.

Einen Kommentar verfassen

Als Gast kommentieren

0
Nutzungsbedingungen.
  • Keine Kommentare gefunden
Powered by Komento