Familie - Oktober 2018 - Leben–Natur–Raum

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 Jeder hat sie. Als Kind werden wir alle in eine Familie geboren und durch die Erstgeborenen entsteht sie. Doch was meint das, Familie?
Eine Frau und ein Mann kommen zusammen, sie zeugen ein Kind, das Kind wird geboren. So entsteht eine Familie. Über die Form der Familie ist damit noch nichts gesagt. Schauen wir zurück, dann sind Mutter und Vater auch Kinder einer Familie, der Herkunftsfamilie. In dem neuen Kind vereinen sich die beiden Herkunftsfamilien zu einer neuen Großfamilie. Und diese tragen wir in uns und geben sie weiter an die kommenden Generationen.
In den traditionellen Vorstellungen hat eine Familie eine bestimmte Ordnung, wie das auch in dem Film „Die göttliche Ordnung“ thematisiert wird. Bei uns und vielen anderen Kulturen ist in der Regel der Mann das Familienoberhaupt, dann folgt die Mutter, und schließlich die Kinder in der Reihenfolge ihrer Geburt. Wenn aber genau hingeschaut wird, war der Mann die Vertretung der Familie nach Außen, zur Umwelt, im Inneren regierte meist die Frau. Es gibt aber auch ganz andere Kulturen, die Kinder sind dort die Kinder Frau und sie tragen deren Namen. Der Mann wurde für die Zeugung gebraucht und konnte danach wieder seiner Wege gehen. Das nächste Kind hatte vielleicht dann einen anderen Vater. Wir sehen, die Familienordnungen sind (kulturell) selbst gemacht. Es sind Strukturen, die zu bestimmten Zeiten sinnvoll waren für ein harmonisches Zusammenleben.
Und heute? Es gibt eine Menge alleinerziehende Mütter, und auch ein paar Väter, denen es oft nicht zugetraut wird. Es gibt in traditionellen Familien Kuckuckskinder. Und es gibt viele sehr unterschiedliche Patchwork-Familien, zusammen gewürfelt aus Erwachsenen und Kindern unterschiedlichster Herkunft und Biografie. Da passen die alten Strukturen dann nicht mehr und für eine solche Familie ist es eine Herausforderung, sich selbst die passende Struktur zu geben. Dafür gibt es keine überlieferten Rezepte.
Wir müssen dem alten Ideal nicht nachweinen, geht es den Menschen in Patchwork-Familien doch häufig genauso gut, manchmal sogar besser als in den traditionellen Mustern. Es geht nicht darum, was besser ist, welche Familienform mehr Vorteile hat. Die Menschheit hat sich zu einem Punkt entwickelt, wo vieles auf dem Prüfstand steht und in Frage gestellt werden muss. Für jeden ist die Familie – ganz gleich wie sie sich zusammen setzt – die engste und intimste soziale Gemeinschaft, in der wir idealerweise aufgehoben und geborgen sind. Das ist das Wichtigste und die Basis, mit der wir ins Leben gehen, mit der wir versuchen unser Leben zu meistern. Welch Verantwortung für die Familie! Es gelingt nur bedingt, niemand ist vollkommen. Menschen in Gemeinschaften müssen sich erst „zusammenraufen“, egal ob erwachsen oder Kind. Es ist ein Missverständnis, wenn wir unsere Eltern dafür anschuldigen, wenn uns unser Leben nicht gelingen mag. Klar, Eltern schaffen für jedes Kind eine Grundlage und das gelingt – auch wenn sie ihr Bestes  dafür tun – mal besser, mal schlechter. Und es passt manchmal für das eine Kind besser, als für das andere. Es ist die Aufgabe jedes Einzelnen, seine eigenen Strukturen zu schaffen, Strukturen, die sie oder ihn glücklich sein lässt und ein harmonisches und gutes Zusammenleben mit anderen ermöglicht. An den Familien ist das gut zu sehen. So wie wir heute viel in Familien leben, war dies für unsere Eltern häufig kaum denkbar.
Hier bieten die Strukturaufstellungen eine wertvolle Hilfe, denn bei ihnen geht es um das Aufstellen und Ändern von Strukturen hin zu besseren. Sie sind ein anderer Ansatz, als die ursprünglichen Familienaufstellungen, bei denen es um das Wiederherstellen gewohnter Ordnungen ging. Das kann manchmal durchaus auch sinnvoll sein. Doch wir sind lebendig, das heißt, wir entwickeln uns und so fordert auch unser Zusammenleben eine ständige Anpassung. „Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben“ heißt das Buch von Ben Furmann. Mit Systemischen Strukturaufstellungen können wir das verwirklichen.

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